Sardinien hat viele Namen: Ichnousa, die Schuhsohle, so hieß die
Insel aufgrund ihrer Form bei den Griechen. Und einer Sage nach hatte Gott
bei der Erschaffung der Erde Sardinien sogar ganz vergessen. Erst als ihn
Engel darauf aufmerksam machten, dass die Insel kahl und unbewohnt war,
besserte er nach: atemberaubende Gebirgspanoramen mit Grotten und Höhlen,
Wälder, steile Klippen zum Meer hin, kilometerlange Sandstrände
und Wüstenstriche. Aufgrund dieser faszinierenden Landschaften und
seiner abwechlungsreichen Vegetation und Artenvielfalt wird Sardinien auch
als piccolo continente - kleiner Kontinent - bezeichnet.
Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Mittelmeerinsel. Die Fläche beträgt bei einer Länge von 270 Kilometern und einer maximalen Breite von 145 Kilometern rund 25.000 Quadratkilometer. Die Insel wird von rund 1,6 Millionen Sarden bewohnt, wobei sich die Bevölkerung in den größeren Provinzhauptstädten Sassari, Nuoro, Olbia und vor allem der Inselmetropole Cagliari, konzentriert.
In den Sommermonaten können die Lufttemperaturen locker bis auf 40 Grad im Schatten ansteigen und die mittleren Wassertemperaturen liegen bei etwa 23 Grad. Wer die Insel erkunden möchte, sollte allerdings lieber im Frühling kommen: denn die Regenschauer im Winter lassen die ansonsten kargen und trockene Landschaften aufblühen und ergrünen. Die Lufttemperaturen im Mai sind mild, allerdings ist das Wasser mit etwa 14 Grad noch recht kühl.
Wer baden möchte, aber trotzdem seine Ruhe haben möchte, kann auch im Oktober anreisen: mit 21 Grad ist das Meer noch badewarm und die Lufttemperaturen liegen tagsüber um 24 Grad. Allerdings kann es zwischendurch heftig regnen, sodass man warme und regenfeste Bekleidung nicht vergessen sollte.
Sicher ist Sardinien besonders aufgrund seiner wunderschönen Sandstrände
und dem klaren, türkisfarbenen Wasser bekannt, aber auch Trekking-
und Mountainbike-Liebhaber kommen auf ihre Kosten: gewundene Schluchten,
Steilwände aus Granit, Kalk und Basalt, faszinierende Höhlen
und Grotten oder sanfte Hügellandschaften im Westen und zerklüftete
Steilküsten im Osten. Im Norden erwarten den Besucher bizarren Granitgebirge
und im Süden Wälder, die besonders im Hochsommer den nötigen
Schatten spenden.
Sardinien ist aber nicht nur ein Paradies für Naturliebhaber, sondern auch für Kunst- und Geschichtsbegeisterte: die prähistorischen Nuraghen-Ruinen, zu erwähnen ist hier das Weltkulturerbe Barumini nördlich von Cagliari mit seiner beeindruckenden Steinburg,und die archäologischen Funde aus der Punier-, Phönizier- und Römerzeit wie in Tharros bei Oristano und Nora bei Pula sind jedenfalls immer eine Reise wert!