Die Küstengemeinde Stintino mit ihren etwas mehr als 1.000 Einwohnern liegt am nördwestlichsten Zipfel Sardiniens und gehört zur Provinz Sassari. Porto Torres mit seinem Fährhafen ist rund 33 km und die südlich gelegene Provinzhauptstadt Sassari etwa 50 km entfernt. Alghero, die Stadt mit den katalanischen Einflüssen, liegt in etwa 60 km Entfernung mit dem Auto.
Bekannt ist die Region für ihre wunderschönen Sandstrände, wie beispielsweise der von Ezzi Mannu, und für seinen Nationalpark Asinara und das Maddalena-Archipel mit seiner noch unberührten Natur.
NATIONALPARK ASINARA
Nur wenige Kilometer von Stintino liegt die etwa 50 Quadratkilometer große Insel Asinara, die bis 1997 als Hochsicherheitsgefängnis diente, in dem auch Mafiosis eingesperrt wurden. In den letzten Jahren wurde dort ein Nationalpark eingerichtet, in dem sich Muflons und Hasen tummeln, aber auch der berühmte kleine, weiße Esel, von dem es nur noch wenige Exemplare gibt.
ALGHERO
Das Städtchen Alghero mit seinen rund 40.000 Einwohnern besticht in seinem historischen Zentrum nicht nur durch seine kleinen Gassen, durch die es sich bummeln lässt, sondern auch durch seinen zahlreichen mittelalterlichen Baudenkmäler und seine gut erhaltene Festungsanlage samt Stadtmauer.
Die Stadt wurde 1354 von den Spaniern erobert und dieser Einfluss ist noch in der Stadt zu spüren: ein Teil der Bevölkerung verständigt sich auch heute noch in einem alten katalanischen Dialekt und auch die Straßen haben katalanische Namen.
VON STINTINO NACH CASTELSARDO
Die Fahrt führt über Porto Torres entlang einer an Pinienhainen reichen Küstenstraße bis nach Castelsardo. Das Städtchen selbst ist ein touristisches Zentrum mit modernem Yachthafen. Einen Besuch lohnt die Altstadt, die auf einem Felshügel über der Stadt thront und atemberaubende Panoramablicke auf die Umgebung bietet: Enge Gässchen, kleine Kirchen, Souvernir-Shops und Restaurants laden zum Bummeln ein. Im architektonisch interessanten Museum „Museo dell'intreccio Mediterraneo“ sind Korbflecht-Exponate aus ganz Italien zu bewundern.
SASSARI
Die im Nordwesten Sardiniens gelegene Stadt Sassari, von den Sarden Tattari oder Tathari genannt, ist mit seinen mehr als 120.000 Einwohner die zweitgrößte der Insel und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. In Sassari mit seinem mittelalterlichen Stadtkern findet sich die älteste Universität der Insel, die 1617 gegründet wurde.
Die Stadt liegt auf einer Höhe von gut 220 Metern und wurde im Mittelalter von den Bewohnern der Küstenstadt Turris Libysonis, dem heutigen Porto Torres, gegründet, um sich vor den immer wiederkehrenden Angriffen der Sarazenen zu schützen. Bevor im 18. Jh. das Königshaus Savoyen die Regierung übernahm, wechselten sich in Sassari die Pisaner, Genuesen, Aragonier und Österreicher ab.
Wer die Stadt besucht, sollte sich unbedingt den Dom San Nicola mit seiner Barrock-Fassade, den Palazzo Ducale, den Renaissancebrunnen Fontana di Rosello und den 1878 erbauten Palazzo Giordano ansehen. Die zentral gelegenen und schattigen Giardini Pubblici (Stadtgarten) laden zu einer kleinen Pause ein.
Einen Besuch lohnt auch das archäologische Museo Nazionale G. A. Sanna in der Via Roma 64, in dem in 17 Sälen Objekte sardischer Archäologie ausgestellt und zahlreiche Dokumente über die Geschichte der Insel informieren. Wer sich für das sardische Handwerk interessiert, sollte den nahe der Giardini Pubblici gelegenen Padiglione dell Artigianato Sardo besuchen.
Volksfeste
Am vorletzten Sonntag im Mai findet in Sassari das Reiterfest La Cavalcatta statt. Ein weiteres wichtiges Ereignis der Stadt ist das Fest der Candelieri: am Abend des 14. August werden neun riesige, kerzenförmige Holzsäulen, welche die Zünfte darstellen, durch die Altstadt getragen. Das Fest geht auf ein Gelübde zurück, das die Stadtbewohner im 13 Jh. Maria gaben, als die Pest wütete.
Wenige Kilometer südöstlich von Sassari an der SS 131 steht die im pisanisch-romanischen Stil erbaute Kirche Santissima Trinità di Saccargia mit ihrer weiß-schwarz gestreiften Fassade aus Basaltlava und Kalkstein.